Die Weichen für die Weiterreise sind gestellt. Bei dem Bruder unserer Vermieterin haben wir eine Privattour zum Fährhafen von Padang-Bai gebucht. Mit den Öffis hätten wir ein paar Cent gespart, wäre aber den ganzen Tag mit den 60 Kilometern beschäftigt gewesen. Nun haben wir die Strecke in ca. 2 Stunden zurückgelegt, Kostenpunkt IDR 300.000,00 = EUR 20,00. Zunächst hat uns der Kollege – Namen entfallen – zu einem weiteren Bekannten gefahren, der zufällig ein Reisebüro hat. Es fährt eine Schnell ( IDR 330.000,00 ) sowie eine Langsamfähre ( IDR 55.000,00 ) nach Lombok. Es ist hier so wenig los – es tut uns schon fast leid – dass wir den langsamen Bomber nehmen, aber erstens freuen wir uns auf 4-6 Stunden ( die Aussagen variieren heftig ) Seereise und zweitens ist es auch wesentlich günstiger. Wir schnackten ein wenig über dies und das und schnell erkannten die netten Menschen vom Reisebüro, dass wir nicht umzustimmen sind. Das Argument lag auf unserer Seite, denn Zeit ist uns egal 😉 Unser Kollege brachte uns noch zum Langsamterminal wo wir uns auch die Tickets besorgten. Tickets bekommt man hier aber nur mit einer Indonesischen Kreditkarte, also mussten wir die Tickets von einem Schlepper kaufen lassen welcher sich den Service mit EUR 2,00 ( IDR 30.000,00 ) pro Ticket fürstlich belohnen ließ. Letztendlich zahlten wir pro Ticket dann IDR 75.000,00 = ca. EUR 5,00. Wir hatten noch ein wenig Zeit und so gönnten wir uns noch ein spätes Frühstück bei Muddi. Wieder mal super günstig, lecker und mega herzlich. Mit nur 45 Minuten Verspätung 😉 ging es dann endlich los. Wir sicherten uns erstmal einen Platz im Schatten, denn die Sonne brannte gnadenlos. Das wird eine tolle Überfahrt bei bestem Wetter und ruhiger See. Um ca. 16:30 Uhr sind wir dann auf in Lembar ( Hafen für die Langsamfähre ) angekommen. Auf der Fähre waren nur wenig Langnasen und so hieß es schnellstmöglich eine Mitfahrgelegenheit zu suchen. Das hat sich dann schnell erledigt, denn das haben die Jungs am Hafen für uns gemacht. Mit 4 weiteren Langnasen ging es dann per Auto nach Kuta ( IDR 100.000,00 pro Person – Das ganze Fahrzeug kostet IDR 370.000,00 ). So hatten beide Parteien was davon. In Kuta angekommen machten wir uns dann gleich auf die Suche nach einer Unterkunft. Viel Schrotti dabei und wenn’s mal schöner war, dann wurde die Unterkunft von ganz coolen Surfer’n belagert. Nicht so unser Ding, zumal auch zu teuer. Wir landeten an einem Telefonshop und der Kollege brachte mich ( Winnie ) zu einem ca. 2 Kilometer entfernten Homestay. Nix dolles aber nur IDR 130.000,00 = EUR 8,30 natürlich inkl. Frühstück 😉 Hier gefällt es uns ganz gut, super nette Leute und mega geiles Restaurant gleich um die Ecke. Etwas weit vom Schuss, aber das lässt sich hier nicht ganz vermeiden und ist auch gar nicht schlimm, denn wir können uns einen Scooter für schmale IDR 50.000,00 = EUR 3,30 pro Tag ausleihen. Die Familie mega nett und wohnt gleich um die Ecke. Das ist hier nix um zu entspannen, aber für ein paar Nächte OK. Willkommen auf Lombok !
Wäre da nicht ein Zwischenstopp im Krankenhaus gewesen, wären wir gleich am nächsten Tag von der Insel abgehauen. Ich ( Winnie ) hatte schon einen Termin in Seoul, den ich aber aus Zeitgründen nicht wahrnehmen konnte. Einen Termin sowie eine Registrierung für Bali ging dann fix und einfach via WhatsApp. Wir wollten die Zeit auf Bali nutzen um noch ein paar Dinge zu kaufen. Leider alles nur Schrott hier oder netter ausgedrückt, leider nichts für uns dabei. Wir sind dann am Jerman Beach zum frühstücken gewesen, später waren wir für noch am legendären Kuta Beach. Ich muss sagen, wenn man sich nur am Strand aufhält ist es ganz akzeptabel. Kurz zum Besuch im Krankenhaus und das allerwichtigste zuerst, alles ist bestens. Nach einer Stunde Wartezeit war ich schon an der Reihe, der Arzt hat ein paar Monate in Hamburg studiert und seine ersten Worte waren St. Pauli und Glühwein. Wir schnackten noch ein wenig, die Untersuchung war fast schon Nebensache. Zurück in Richtung Unterkunft ließen wir uns in der Einkaufsmeile am Kuta Beach absetzen. Wir können Euch berichten, das dieser Ortsteil schreck zugebaut ist und keines Besuches Wert ist ( unsere bescheidene Meinung ). Den Abend ließen wir dann am Kuta Beach ausklingen. Hier tummeln sich dann alle Touristen und genießen den wirklich schönen Sonnenuntergang auf Plastikstühlen und Bierchen. Das wiederum hat uns gut gefallen. Alles hinter dem Strand, echt ätzend. Wir sind dann ganz froh, dass wir Bali morgen verlassen werden. Für die Weiterreise ist schon gesorgt.
Auf 07:00 Uhr den Wecker gestellt, die Sachen waren waren schnell gepackt. Das eine oder andere Kleidungsstück darf weiterhin in Saigon bleiben. Auch meine schwere Jeans bin ich endlich los. Das Taxi war für 08:00 Uhr bestellt. In der Zwischenzeit kam eine Nachricht rein, das sich unser Flug um 45 Minuten verspätet. Naja egal, dann haben wir Null/Null Hektik am Flughafen. Rumlungern können wir ja ganz gut. Mit einer weiteren Verspätung ging es dann endlich los. Man ist das eng hier im Flieger. Da geben wir beim nächsten Mal lieber etwas mehr Geld aus. Zum Glück fliegen wir ja nur 3:20 Std. Wir sind dann gegen 17:00 Uhr auf Bali angekommen. Für die Stationen “ Visum, Corona und Immigration “ haben wir dann nochmals 2 Stunden gebraucht. Viel zu wenig Personal für die beiden gerade angekommenen Flieger. Naja, wir haben ja keine Hektik. Wie fast immer haben wir nichts vorgebucht. Hier auf Bali auch kein Problem, denn günstige Unterkünfte gibt es in unmittelbarer Umgebung zum Flughafen ( 500 Meter Fußweg ) in Massen. Nachdem wir das Flughafengebäude verlassen haben, stürmten die ersten 18.000 Taxifahrer auf uns ein. Wir blockten mit einem herzlichen “ Jalan Jalan = spazieren gehen “ galant ab. Die ersten Unterkünfte waren schnell erreicht aber auch ausgebucht. Wow was geht den hier ab…… Wir waren positiv davon überrascht wie herzlich es hier auf Bali zugeht. Da hatten wir was anderes erwartet. Überall freundliche Menschen, die NICHT nur unser Geld wollten sondern sehr hilfsbereit waren. Wir fanden unseren Unterschlupf im Surya Homestay für sehr angenehme 200.000 IDR = EUR 13,00. Kurz eingerichtet und ab auf die Straße zum Essen. Ein gutes sowie günstiges Restaurant war schnell gefunden. Im Restaurant wurden wir von einem jungen Mädel aus Deutschland angesprochen. Die hatte satte EUR 30,00 für ein Taxi vom Flughafen zur max 1 Kilometer entfernten Unterkunft bezahlt. So etwas passiert uns auch mal zwischendurch, ist aber immer wieder gern gesehen hier auf Bali. Ich erinnere mich an meine Ankunft auf Bali im Jahre 1995. Da wollten mich der Taxifahrer für USD 20,00 zur um die Ecke liegenden Unterkunft bringen. Der Jackson verfrachtete mich damals in ein Sammeltaxi für 20 Pfennig ( Deutsche Mark ). Wo sich viele Touristen tummeln, regiert natürlich auch der Abzug. Wir haben dann noch einen kleinen Spaziergang zum Strand gemacht. Nix los hier…… Corona läßt grüßen.
Auf jeden Fall fühlen wir uns schon sehr wohl. Wir werden aber schnellstmöglich von Bali verschwinden. Wir wollen es weniger Touristisch…….
Saigon ist mal wieder so richtig Asien wie wir es lieben. Es wimmelt von Menschen, Restaurants, Märkten, alles zwischen Schrotti, Alt und Neu. Auch wird hier an jeder Ecke gebaut, das alte Saigon wird wohl mehr und mehr verschwinden. Im Vergleich zu Bangkok finden wir es hier wesentlich angenehmer, weil’s eben noch nicht so viele Hochhäuser gibt. In Bezug auf “ shopping “ hatten wir uns so einiges vorgenommen, mussten aber feststellen, dass entweder mega Touri – was wir nicht brauchen – oder eben einheimisch, was für nicht wollen…. Die Märkte haben wir alle abgeklappert und waren am Ende auch etwas erfolgreich. Der Rest muss eben an unserem nächsten Ziel eingekauft werden. Die restliche Zeit verbrachten wir mit Essen und Faulenzen, denn in Saigon ist es gerade sehr sehr schwül. Die Stadt gefallt uns ganz gut, wollen jedoch jetzt raus aus dem Großstadtdschungel. Die Planungen sind ja bereits abgeschlossen und wir freuen uns auf unseren wohlverdienten Urlaub. Ahoi aus Saigon !
Südkorea stand schon länger auf unserer Reiseliste, aber irgendwie haben wir uns bisher doch immer für ein anderes Land entschieden. Jetzt wurde es endlich wahr, kaum Corona-Beschränkungen, Visumfreie Einreise für bis zu 90 Tagen und ganz gute Verbindungen ab Bangkok, also hin da. Wir waren gespannt auf das Essen – „Kimchi satt“ so war die Vorstellung – auf die Menschen und die alles was das Land so für uns bereit hält.
Wir wurden nicht enttäuscht! Ganz im Gegenteil, wir sind begeistert von diesem tollen Reiseland. Durch die überschaubare Größe und die hervorragende Infrastruktur lässt sich das Land ganz einfach und sehr komfortabel bereisen. Mal von den gelegentlichen Kommunikationsschwierigkeiten abgesehen, denn wir konnten uns noch so viel Mühe mit der Aussprache der Orte geben, das überforderte uns selbst noch nach 7 Wochen und dann hören sich die Orte für uns auch noch alle ähnlich an, na ja und lesen können wir natürlich auch vergessen 🙂
Aber, erstens sind es genau diese Herausforderungen die das Reisen so spannend machen und zweitens kam uns immer irgendjemand zur Hilfe. Und das ist auch eines der Highlights in Korea: die wahnsinnig herzliche Gastfreundschaft. Vom ersten Moment fühlten wir uns willkommen, immer entstanden nette Gespräche woraus sich auch mal die ein oder andere Einladung ergab oder eine kleine kulinarische Köstlichkeit als Geschenk. Und davon gibt es reichlich. Unser absolutes Lieblingsgericht: Bibimbap – eine Schüssel Reis mit allerlei fermentiertem Gemüse und Algen, manchmal heiß, manchmal kalt, manchmal mit Ei, Fleisch oder auch mal mit Sashimi. Dazu gibt es Kimchi in sämtlichen Variationen und aus allen Gemüsearten die man sich so vorstellen kann. Eine Suppe darf auch nicht fehlen, meist auf Sardellen-Basis mit viel Sojabohnen und Tofu. Egal was man isst, der Tisch steht immer voll mit vielen kleinen Tellern – das gefällt uns. Und gesund ist das auch noch…. Wäre da nicht der Alkohol… Ein äußerst wichtiges Thema in Korea, denn gesoffen wird hier gern und viel, und bitte immer in Kombination mit viel Essen. Eine schöne Kultur, wie wir finden 🙂 Die Südkoreaner genießen und feiern gerne, ein Ausgleich zu dem harten und fordernden Arbeitsleben. Von den Menschen, besonders von den Kindern und Jugendlichen wird hier viel abverlangt, denn der schnelle Wachstum des Landes kommt natürlich nicht von ungefähr. Man kann diese Dynamik irgendwie auch spüren, vor allem natürlich in den Megametropolen Seoul und Busan aber trotzdem findet man auch immer wieder alte Traditionen. Und natürlich bleibt bei der rasanten Entwicklung in die Moderne auch das ein oder andere auf der Strecke. Auf jeden Fall merkt man eine beachtliche Disziplin und mit dem Thema Bezahlen ist nicht zu spaßen 😉 Das Geld muss sofort auf den Tisch, oft gilt sogar im Restaurant Vorkasse.
Deutschland steht bei den meisten Koreanern hoch im Kurs, zum einen wird unsere Geschichte hier immer als Beispiel in Bezug auf Nordkorea genannt, aber auch deutsche Technologie ist hier sehr angesagt, „Made in Germany“ ist hier ein Wort, deutsche Autos sind allgegenwärtig (aber nur die ganz dicken) und auch Haushaltsgeräte sind sehr beliebt. Dabei hatten wir allerdings den Eindruck, dass Südkorea uns in Sachen Technologie schon um Meilen überholt hat 😉 Wir haben hier zum Beispiel das erste mal einen alleinfahrenden Servierwagen im Restaurant gesehen, na ja und das Thema WLAN, 5G und so weiter müssen wir ja gar nicht erst erwähnen.
Was aber eine Erwähnung wert ist, auch wenn es vielleicht banal klingen mag, überall findet man öffentliche Toiletten, kostenlos und sehr gepflegt. Uns wurde erst so richtig bewusst wie schnell man sich daran gewöhnt hat, als wir das Land verlassen haben, denn hier in Indonesien ist genau das Gegenteil der Fall. Also das könnte sich Deutschland nochmal abschauen.
Und zu guter Letzt geht natürlich nochmal ein dickes Dankeschön an Sun und Ho, die uns herzlich bei sich aufgenommen haben und uns einen ganz besonderen Einblick in ihr Land gewährt haben. Ohne Euch wäre unsere Reise durch Südkorea nur halb so schön gewesen 🙂