Eigentlich wollten wir Jeju schon verlassen, aber es gab keinen günstigen Flug nach Daegu. Aus diesem Grund suchten wir nach einer schicken Unterkunft am Strand. Wir hatten da schon was im Auge und sind dann auch schnell fündig geworden. Ist zwar nicht ganz billig hier, aber wir haben eine ganze Wohnung für uns allein. Der Weg zum Strand nur 200 Meter. Der Vermieter super nett, die Preisverhandlungen zogen sich etwas. Am Ende des Tages waren dann aber alle sehr zufrieden. Die “ Pension “ hat gerade mal 4 Jahre auf dem Buckel, alles super modern und sauber. Unser Vermieter Andy teilte uns auch noch mit, dass die Unterkunft einem bekannten Comedian gehört. Den Spaßvogel durften wir dann auch gleich kennenlernen. Wenn wundert es, dass uns gleich eine Tour über die Insel angeboten wurde. Da sagen wir natürlich nicht nein. Vielleicht tut sich ja hier eine Möglichkeit auf schnell und einfach Geld zu verdienen. Mit so einem berühmten Namen im Rücken könnten sich unsere “ follower “ um ein vielfaches vermehren….. ;- ). Zunächst einmal ging es aber mal wieder ums Geld ( Vorkasse ), aber woher nehmen wenn sich keines mehr im Portemonnaie befindet…. Also auf zum nächsten ATM, leider überall Fehlanzeige denn unsere Kreditkarte konnte sich mit keiner Bank anfreunden. Letztendlich mussten wir dann zum Flughafen fahren, da ging es reibungslos. Zurück zu unserer neuen Unterkunft zahlten wir unsere Zeche.
Am nächsten Tag ging’s wieder nach Jeju, diesmal hieß es Abschied nehmen von unserer Bergziege. Wir sind ganz froh das Auto wieder los zu werden. Hat ja alles gut funktioniert, aber wir haben kein Bock mehr auf Auto fahren. Zunächst brachten wir unser Gepäck in unsere neue Unterkunft bevor wir das Fahrzeug ohne weitere Probleme dem Vermieter übergaben. Für die Tour zurück ging’s dann per Bus ( Natürlich machten wir noch einen Sashimi-Bibimbap-Stop am Markt ). Alles ganz easy, denn die Hauptorte sind gut mit den Öffis zu erreichen. Am Nachmittag zurück in der Unterkunft verabredeten wir uns für den nächsten Tag zu einem Live-You-Tube-Ausflug mit Andy und Mr. Cha. Mal schauen was da so geht. Wir freuen uns schon sehr !
Für heute haben wir uns Karten für das mehr als weltbekannte Lanta Theater besorgt. Auf dem Weg dorthin wollten wir noch “ kurz “ am Fährterminal vorbeifahren um unsere Weitereise zu arrangieren. Am Hafen alles voll, auch hier streiken die LKW Fahrer, und etwas unübersichtlich deshalb machten wir uns auf zur Nahrungsaufnahme zum Markt nach Jeju City. Mega Auswahl wie immer, wir haben uns für ein Sashimi Bibimbap entschieden. Danach ging es dann mit unserer Bergziege weiter zum Theater. Endlich mal etwas anschauen. Hier ist ja noch alles mehr oder weniger geschlossen. Die Show findet fast täglich statt, aufgrund von Corona gehen nur wenig Karten in den Verkauf. Zur Geschichte des Spektakels…. Eine dreiköpfige Kochcrew bekommt einen dringenden Auftrag ein Hochzeitsmenü innerhalb von einer Stunde auf die Beine zu stellen. Zur Hilfe bekommt die Crew einen Azubi – der Neffe vom Chef – der anfangs von Tuten, Blasen und Kochen keine Ahnung hat. Das Chaos nimmt also seinen Lauf. Unter viel Getrommel, die Zutaten fliegen nur so durch die Gegend, lauter Musik und einer gehörigen Portion asiatischen Humors schafft es die Crew das Menü zur Zufriedenheit aller fertig zu stellen. Fanden wir ganz geil und wie gesagt endlich mal wieder etwas “ Theater “
Der vorherige tolle Tag hat Lust auf Mee(h)r gemacht. Wir sind zwar sehr sehr müde und wollten uns eigentlich auf Jeju ausruhen, aber so gänzlich ungenutzt wollten wir unsere Bergziege ( nicht Christina in diesem Fall ) auch nicht lassen. So ging es bei schönstem Wetter auf zum ca. 75 Kilometer entfernten Vulkan Seongsan. Mit einem rasanten Schnitt von ca. 40 erreichten wir Seongsan in sage und schreibe 2 Stunden. Ist ja egal, wir haben ja heute nichts weiter auf’m Zettel. Wir haben den Kollegen ja schon auf einigen Bildern gesehen, aber in Äääächt…WOW. Schon bei der Anfahrt zeigte sich der Vulkan von seiner schönsten Seite. Angekommen am Parkplatz gab es erstmal eine Stärkung in Form eines Kimchi “ Fried Rice “ und ein paar Dumplings. Mit vielen vielen weiter Touristen machten wir uns auf zu Besteigung des 180 Meter hohen Vulkans. Das Areal toll angelegt mit mal wieder super Wegen. Hier kann sich der sportliche Koreaner mal wieder so richtig austoben. Fette Kamera raus und die Wanderklamotten an. Ausstattung wie immer vom feinsten und man kleidet sich auch gern im Partnerlook. Erinnert uns ein wenig an Globetrotter in Barmbek, da kommen die Reisepärchen auch ganz gern in gleicher Klamotte zum einkaufen vorbei 😉 Die 180 Meter waren schwupp die wupp gemeistert, oben am Gipfel angekommen bot sich uns ein toller Blick in den grünen Krater sowie das Meer + Umland. Mal wieder ein toller Tag. So jetzt aber mal ausruhen, oder ?
Ach endlich mal wieder auf eigener Achse unterwegs zu sein ist schon schön. Eigentlich wollten wir uns ja einen Roller nehmen, aber dieser war nur unwesentlich günstiger als ein Auto. Zu dem darf man mit dem Roller nicht auf allen Straßen fahren. Das Fahren an sich ist easy auf der Insel ( Rechtsverkehr ), Höchstgeschwindigkeit ist 80 aber die meisten kriechen hier mit 50 über die Insel. Bei herrlichem Wetter machten wir uns auf zur Küste nach Seogwipo. Unser erstes Ziel, der Cheonjiyon Wasserfall. Am Parkplatz angekommen genehmigten wir uns erstmal ein grandioses Bibimbap. Frisch gestärkt ging es dann zu dem Wasserfall. Alles schön angelegt und einfach zu erreichen. Das gefällt auch anderen Menschen und dementsprechend ist es hier auch ganz gut besucht ( von voll kann aber keine Rede sein ). Mitten in der Stadt so eine grüne Oase mit Wasser gefällt uns super gut. Weiter ging es zu Fuß über die Brücke zur kleinen Insel Saeseom. Über einen gut angelegten Weg kann man die kleine Insel innerhalb von 20 Minuten umrunden. Auch nichts spektakuläres, aber hier haben wir eine tolle Aussicht auf das Meer sowie sie Küste. Unser Nächster Halt, der Küstenwanderweg um die koreanische Version der langen Anna. Hier heißt die Anna bloß “ Oedolgae “ Tolle Felsformationen und schroffe Felsen am Küstenwanderweg. Da waren wir echt begeistert. Ganz klar der Star hier an der Küste, der Oedolgae. Auf dem Rückweg am späten Nachmittag ging es dann noch auf einen kurzen Blick um Stadion des FC Jeju. Ein toller Tag bei bestem Wetter geht zu Ende.
Am zweiten Tag haben wir uns dazu entschieden die Insel per Mietauto zu erkunden. Mit den Buslinien 201 und 202 ( Küsten-Bus-Linien ) geht es zwar auch, ist uns aber zu umständlich ( und der Bus von unserer Unterkunft zu einer Haltestelle fährt nur alle 3 Stunden ). Wir wollen ja auch mal ins Landesinnere fahren und flexibel sein. Also haben wir uns per Chat einen Mietwagen für insgesamt 6 Tage gemietet. In unserer Unterkunft haben wir ebenfalls für 6 weitere Nächte gebucht, allerdings haben wir das Zimmer gewechselt. Unser Zimmer war zwar super, aber direkt neben der Küche ( Küchenvorbereitungen ab 05:30 Uhr und keine schönen Gerüche ) sowie neben dem Gemeinschaftsraum ( Wer Sie kennt weiß, dass Asiaten sehr laut und nicht gerade rücksichtsvoll sein können ). Aber erstmal hieß es per Bus nach Jeju Stadt zu kommen um den Mietwagen abzuholen. Eine nette Dame aus der Küche brachte uns mit dem Auto zur 500 Meter entfernten Bushaltestelle. Aber wann fährt hier der Bus ? Unseren Schätzungen nach in ca. 1,5 Stunden. Da versuchen wir es doch lieber per Anhalter. Nach kurzer Zeit hielt dann auch das erste Fahrzeug. Es hieß nicht etwa wohin wollt Ihr sondern “ steigt ein „. Naja, wir vermittelten den freundlichen aber nach Ausdünstungen der letzten Nacht – wahrscheinlich Soju ( Schnaps ) – stinkenden Fahrer unseren Zielort. Wir erreichten den Flughafen ( 30 Kilometer ) ganze 2,5 Stunden später. Der nette Mann zeigte uns freundlicherweise einen schönen Aussichtspunkt an einen Berg und wir durften uns auch noch seine Häuser ( Wohnhaus und AIRBNB ) anschauen. Eine kurze Vorstellung seiner Muddi durfte natürlich auch nicht fehlen. Eine kurze Anekdote zur Ankunft an seinem Haus. Der Kollege stieg aus, hatte jedoch keinen Gang eingelegt und auch vergessen die Handbremse zu ziehen. So rollte das Auto ein wenig bergab, bis Winnie die Handbremse von hinten zog. Die Reaktion des Kollegen, ein müdes Danke.
Die Übernahme des Fahrzeugs lief reibungslos über die Bühne und unsere erste Fahrt führte uns zum schönsten Strand von Jeju, naja….. Wir nehmen es vorweg, denn der erste Besuch fand bei mäßigem Wetter, der zweite bei tollem Wetter statt. Wir wissen nun wo die Bilder zu den tollen Werbeplakaten geschossen wurden. Die Strände sind auf keinen Fall mit denen in z.B. Thailand zu vergleichen, der Koreaner genießt es trotzdem in vollen Zügen bei Wind und Wetter. Jeju hat eben anderes zu bieten als tolle Strände, aber dazu dann in unseren weiteren Berichten. Uns gefällt es hier sehr gut, denn alles läuft im Zeitlupentempo ab ( ausgenommen dann, wenn’s ums Geld geht 😉 )