Nun geht es also erstmal nach Indore. Die Strecke von 80 Kilometern ist überschaubar, wir erreichten Indore nach rekordverdächtigen 3 Stunden. An einer Autowerkstatt wurden wir abgeholt ( selbst dort wurden wir freundlich empfangen und mit Wasser versorgt, geil). Zunächst ging es zu den Fabrik eigenen Wohnungen. Dort machten wir uns ein wenig frisch, danach ging es zur Nahrungsaufnahme ins Erdgeschoss ( der Firmenkoch – und spätere Schrankenwärter – hatte zum Mittagessen gebeten). Nach einem Tee und ein wenig Klönschnack ging es zur Fabrik. Das Familienoberhaupt empfing uns in seinem auf minusgrade gekühlten Büro 😂. Nach einer ausgedehnten Unterhaltung durften wir endlich die Fabrik sehen. Man sind das Gerüche hier und endlich mal wieder normale Temperaturen. Der Kollege war sichtlich Stolz auf die Produktion und die Erzeugnisse ( Balaji soll der größte Indische Produzent von Chips und Snacks sein). Am Abend ging es mit Muddi und beiden Töchtern in die Innenstadt. Leider hatten die Sehenswürdigkeiten bereits geschlossen, die Tour wirkte ein wenig chaotisch. Kein Wunder, denn auch für Familie war’s das erste Mal hier 😂😂 Das Viertel der Goldhändler wird gegen 21:30 Uhr in eine Fressmeile umfunktioniert und daraus wird dann der Sarafa Bazar. Toll, dass wir mit der Familie hier sind denn das eröffnet uns einen neuen Zugang zu weiteren Geschmackswelten. Zurück an der Unterkunft gab es noch ein Pläuschen mit den Nachbarn, denn viele Arbeiter – deren Heimat weiter weg liegt – können hier für günstig Geld wohnen. Eine Nachbarin „verliebte“ sich sofort in Christl ( wundert mich nicht). Ein Wahnsinn an Herzlichkeit bekommen wir hier zu spüren. Ein toller Tag geht mal wieder zu Ende.
In dem vergleichsweise sehr überschaubaren Maheshwar haben wir uns auf Anhieb wohl gefühlt. Zimmer super, Menschen sehr sehr nett und an der Uferpromenade kann man herrlich sitzen und den Sonnenuntergang genießen. Für Speis und Getrank ist wie immer ausreichend gesorgt. Unsere Snack Muddi sowie der Lemon Soda Mann waren schnell gefunden. Mal abgesehen von den vielen vielen Selfiejägern ein empfehlenswerter Ort um der allgemeinen Hektik zu entgehen. Neben dem Ausflug nach Omkareshwar – siehe extra Bericht – ging es zu einem kleinen Ausflug zu den “ Stromschnellen “ und wir erkundeten den Ort samt einiger Tempel und dem Fort. Wir wiederholen uns gern, ein sehr angenehmer und ruhiger Ort, an dem man auch ein wenig länger verweilen könnte. Unser Zimmer war nur für 4 Nächte frei und auf Umziehen hatten keine Lust. An unserem letzten Abend – wir hatten im Kiosk gegenüber unserer Unterkunft Morgen Thali bestellt – lernten wir noch eine sehr nette Familie aus Indore kennen. Der Mann – Leiter einer Chips und Snackfabrik – hat uns mehrfach zu seiner Familie nach Indore eingeladen. Da wollten wir eigentlich nicht hin aber warum sollen wir diese Einladung – inklusive einer Führung durch die Fabrik – ausschlagen. Wir sagten spontan zu und verabredeten uns für den nächsten Tag. Ein paar Tüten Chips genossen wir auf Tasche zum Nachtisch.
Heute ging es auf einen längeren Ausflug in das ca. 70 Kilometer entfernte Omkareshwar. Das hört sich zwar um die Ecke an, aber pro Tour brauchten wir 2,5 Stunden. Kurz zu Omkareshwar. Es handelt sich bei diesem Ort um eine religiöse Pilgerstätte der Hinduisten. Ziel der Gläubigen ist eines der 12 Shiva – Lingams.
Es ist Wahnsinn was hier abgeht. Es geht hier eher wie auf dem Rummel zu. Essen, Getränke, Schmuck, Schnick-Schnack gehören ebenso dazu wie das eigentliche Ziel. Gleich um die Ecke, der riesige Staudamm. Passt nicht so recht ins Bild, aber daran haben wir uns ja schon gewöhnt. Was für ein Gewusel hier…… Viel Spaß beim Video schauen. Es wird mal wieder sehr sehr bunt.
Es heißt mal wider weiter zu ziehen, unser nächstes Ziel ist die Pilgerstadt Maheshwar ca. 350KM nördlich gelegen. Da es – zumindest tagsüber – keinen direkten Bus gibt, die Nachtbusse sind teurer und wir sind einfach tagsüber lieber unterwegs – ging es zunächst nach Burhanpur. Von dort ging es dann nach Barwaha und damit waren wir auch schon auf der Zielgeraden nach Maheshwar ( Für die letzten 60 Kilometer brauchten wir 2,5 Stunden. Das war eine echte Geduldsprobe nach bereits 8,5 Stunden Busfahrt ). In Maheshwar angekommen schlenderten wir bei 39° Grad durch die Gassen auf der Suche nach einer schicken Unterkunft. Nachdem wir mehrere Möglichkeiten angetestet hatten, entschieden wir uns für das Hansa Heritage Guesthouse. Steht zwar im „einsamen Planeten“ – also nicht so unser Ding . wir sind hier aber die einzigen Gäste und es gefällt uns super gut. Zwei Zimmer mit Bad, Klima und Heißwasser 😉 für INR 1150,00 die Nacht. Da bleiben wir doch gleich mal 4 Nächte. Am Abend gab es dann noch ein schickes Abendessen + Lassi an der Hauptstraße und ein kurzer Gang zum am Ufer gelegenen Fort durfte ebenfalls nicht fehlen. Jetzt aber schnell ins Bett, den wir sind fix und fertig. Ich habe mir in der vorherigen Unterkunft so einen aufgesackt ( die Klimaanlage hatten wir auf 26° Grad gestellt und das war zu kalt ;-)). Unser erster Eindruck von Maheshwar – und Ihr werdet es nicht glauben – mega geil hier. Super nette Menschen, nicht viel los aber einiges anzuschauen. Hier werden wir uns pudelwohl fühlen.
Zur Geschichte aus Wikipedia “ Die Gesamtanlage wurde zwischen dem 5. und 11. Jahrhundert n. Chr. – also gegenüber anderen Höhlenklöstern vergleichsweise spät – als Teil der Dekkan-Architektur aus einer über 2 km langen von Südost nach Nordwest verlaufenden basaltischen Felswand herausgeschlagen. Diese Felswand mit ihren Überhängen und kleinen natürlichen Höhlen bot frühen Einsiedlern oder kleinen Gruppen von Mönchen Schutz und Unterschlupf in Zeiten heftiger Monsunregenfälle; außerdem hielt sie bei Angriffen wilder Tiere (Tiger) oder räuberischer Banditen den Rücken frei. In natürlichen Felsbecken, später auch in künstlich geschaffenen Zisternen fing sich das lebensnotwendige Wasser. Mit zunehmender Anzahl der Mönche nahmen auch die Schenkungen, Stiftungen und Pilgergaben mehr und mehr zu. Immer neue Bauten wurden zunächst von wandernden, später jedoch von ortsansässigen Steinmetzen errichtet und immer reicher mit Skulpturen und Malereien ausgestattet. Mit dem Vordringen des Islam und der damit verbundenen Blockade oder Verlagerung der Handelswege endete die Blütezeit von Ellora. Alle Bauten wurden in mühevoller Arbeit bei schrägem Vortrieb von oben nach unten aus dem überaus harten Felsgestein herausgehauen. Die Arbeit der Bildhauer begann wahrscheinlich erst nachdem die architektonischen Arbeiten größtenteils abgeschlossen waren. Die Bauwerke sind von Südost nach Nordwest nummeriert und werden in eine buddhistischee (Nr. 1–12, ca. 400–800 n. Chr.), eine hinduistische (Nr. 13–29, ca. 600–900 n. Chr.) und eine jainistische Gruppe (Nr. 30–34, ca. 800–1100 n. Chr.) eingeteilt. Allein an der Höhle Nummer 16 wurde 150 Jahre gebaut und das mit bis zu 7.000 Menschen gleichzeitig in Spitzenzeiten“
Los ging es „früh“ denn es gibt einiges zu entdecken in Ellora und bei den aktuellen Temperaturen müssen wir ausreichend Trinkpausen einlegen. Mit den Öffis ging es in ca. 45 Minuten nach Ellora. Leider konnten wir den Ticketmann nicht überreden uns auf Tasche auf das Gelände zu lassen ( Ellora hat Dienstags immer geschlossen und wie schon berichtet war am 18.04.2023 in Indien Eintritt frei, nur das da eben Ellora geschlossen hatte ). Unsere Bemühungen versandeten wie so oft hier in Indien ;-).
Die Anlage ist hier mega geil. Nicht ganz so filigran gearbeitet wie in Ajanta und die Höhlenmalereien sind auch nicht mehr vorhanden. Das was hier errichtet wurde ist einfach der Hammer. Wir sind begeistert und bei der Höhle Nummer 16 – Der Star der Anlage – kurz vorm Ausflippen. Was die hier alles aus dem Berg gehauen haben und dann noch die Größe der Höhlen, Mega Mega Mega. Die Höhlen nach der Nummer 16 haben es dann etwas schwerer und das lag nicht nur an der Höhle sondern an der Hitze sowie unserer Aufnahmefähigkeit. Wir haben es dann noch bis zur Nummer 24 geschafft, dann mussten wir leider aufgeben. Völlig fertig ging es zurück zum Ausgang, da gab es erstmal diverse Ladungen Lemon-Soda. Nachdem wir uns etwas ausgeruht hatten entschieden wir uns noch den “ Baby Taj Mahal “ in Aurangabad anzuschauen. Es ging zunächst mit den Öffis zurück nach Aurangabad und von dort machten wir ne kleine TukTuk Fahrt zu dem ca. 6 Kilometer entfernten Bibi Ka Maqbar ( Baby Taj Mahal ). Nachdem wir unsere Selfie-Pflichten erledigt hatten genossen wir das Mausoleum in seiner vollen Pracht. Wir waren ja bereits am Taj Mahal, die Baby Version gefällt uns auch sehr gut, könnte aber ein wenig besser gepflegt werden ( Eintritt mal wieder unglaubliche INR 300,00 pro Person ). Es ging per TukTuk zurück zu unserer Unterkunft, Duschen, Essen und völlig fertig ab ins Bett. So jetzt erstmal Augen zu und die Eindrücke verarbeiten. Ein Toller Tag, Danke an die Reiseleitung !