Zu 85% fit verliessen wir unsere Erholungsstätte in Palomino. Wie auch in den vergangenen Tagen war es bereits am Morgen unerträglich heiss. Wir wollen uns ja nicht beschweren, aber die Hitze macht Aktivitäten ausserhalb von Wasser – für uns – fast unmöglich. Wir möchten uns nicht beklagen, aber mal Tagestemperaturen unter 30 Grad wären nicht schlecht. Andererseits würden wir dann wohl auch wieder frieren…. 😉 Naja, wir verliessen das vertraute Palomino so gegen 10:00 Uhr und erreichten Riohacha um 12:00 Uhr. Von der Hauptstrasse ging es dann gleich in Richtung Wasser. Eine uns bis dato unbekannte kolumbianische Schönheit “ Shirley Sijona Redondo “ hat uns das Casa Bonito empfohlen. Da haben wir dann auch gleich zugeschlagen. Strand, 2 Restaurants, Ceviche Buden, Flaniermeile etc alles gleich um die Ecke. Maria und Pablo zwei super nette Gastgeber. Alles perfekt für unseren Kurzaufenthalt in Riohacha. Den Nachmittag nutzen wir für eine Stadterkundung und sammeln von Informationen für unsere Weiterreise. Den Abend genossen wir bei einem Shake, Ceviche und Bier. Herrlich mal so Abends am Wasser bei gemäßigten Temperaturen weit unter 30 Grad ( 27° ;-)), einer frischen Brise und vor allem ohne Moskitozeug. Geil !
Sehr sehr müde kamen wir in Palomino an. Die beiden Halbnächte vom Tayrona Nationalpark mussten wir erstmal wieder – durch extreme Ruhe – aufholen. Das war unser Plan für Palomino. Ein super netter Ort um die Seele baumeln zu lassen. Tubing, Wandern und Strand, das hat das beschauliche Palomino zu bieten. Leider hat uns das eine oder andere Wehwehchen ein Strich durch die Rechnung gemacht. Genossen haben wir trotzdem, aber das Wandern und Tuning sind auf der Strecke geblieben. So verbrachten wir 80% unserer Zeit mit Pflege und extrem Hängematting. Wir starteten die Tage mit einem frühen Mittagsessen und beendeten diese mit einem Bierchen am Strand oder bei einer schicken Serie in der Hängematte. Palomino hat einen tollen Strand, das Wasser lädt aber aufgrund der starken Brandung nicht gerade zum gemütlichen Baden ein. Auch wenn wir hier nix auf die Reihe bekommen haben – ausser, dass wir wieder vollständig hergestellt sind ( das ist ja auch schon was ) – können wir diesen Ort empfehlen. Der Ort scheint vom Tourismus zu leben, aber hier ist echt nicht viel los und verteilt sich auch schön.
Ach ja noch zur Unterkunft. Wie auch wir scheinen sich unsere Gastbegeb gern mal eine Serie anzuschauen. Auf dem meganeuen, monstergroßen Flachbildfernseher wurden fleißig Zombies bekämpft. Die ganze Familie schaute mehr oder weniger den ganzen Tag “ The Walking Dead “ Daraus resultierte, dass wir fast die ganzen Tage allein die Anlage bewohnten. Der Fernseher war schon aus 100 Metern zu hören und schreckte wohl den einen oder anderen Interessenten früh ab. Das war uns sehr recht, denn wir konnten und schön entspannen.
Unsere Erwartungen an die zweite Nacht wurden erfüllt. In kurzer Entfernung zu unserem Zelt wurde noch bis nach Mitternacht gefeiert. Bei Flaschendrehen und / oder Tat oder Wahrheit vergnügten sich die Jungs und Mädels. Nachdem es dann ruhiger wurde, nervten Wärme, Schweiß und Insekten. Irgendwann konnten wir dann doch einschlafen wurden aber wieder früh von der unruhigen Menge geweckt. Wir liessen uns von der frühen “ Hektik “ anstecken und packten unsere sieben Sachen. Am Vorband hatten wir uns bereits dazu entschieden ein Packpferd zu ordern. Man sollte sich für die 3,8 Kilometer gern diesen Luxus gönnen, denn das Auf und Ab mit dem ganzen Gerödel ist schon ziemlich anstrengend, Wir haken den Hinweg mal als falschen Ehrgeiz ab ( Das war wohl mehr Geiz als “ Ehr “ ). Ohne Gepäck konnten wir die Rücktour super genießen. Ein toller Wanderweg zurück zum Gate. Angekommen am Pferdeparkplatz zahlten wir die fälligen COP 25.000 und warteten auf den Minibus welcher uns zurück zum Eingangstor bringen sollte. Schwupp die Wupp waren wir auch schon dort und wenige Minuten später befanden wir uns im völlig überfüllten Bus nach Palomino. Die Fahrt nach Palomino dauerte nur ca. 1,5 Stunden, also alles super entspannt. In dem überschaubaren Palomino fanden wir dann auch schnell eine großartige Unterkunft ( Posada Villa Marlen ). Schönes großes Zimmer mit Klimaanlage, großen Garten inklusive “ all you can eat “ Mangos, Swimmingpool ( hatte eklige 18,000 Grad, eine Hängematten Zone, Restaurant und und und…. Ach ja, wir waren die einzigen Gäste. Willkommen in Palomino ( Das erinnerte mich gleich an das Palomino Pferd von C&A )
Sehr schöne Tage haben wir in Minca verbracht. Frei nach dem Motto wer rastet der rostest machten wir uns auf zu unserem nächsten Ziel, dem Tayrona Nationalpark. Zunächst ging es per Jeep Collectivo von Minca nach Santa Marta. Dort am Zentralmarkt angekommen gab es erstmal ein spätes “ Hühnchen mit Reis “ Frühstück. Wir bestiegen danach den Bus zum östlichen Parkeingang, der in El Zaino liegt. Dort machten wir uns erstmal schlau, was hier so im Park geht. Wir entschieden uns die Zeltplatzvariante in Arrecifes ( Zeltplatz Don Pedro ). Los ging es per Minibus zum Wanderweg, der zum Zeltplatz führt. Wir schleppten unser ganzes Gepäck quer durch den Dschungel in das 3,8 Kilometer entfernte Zeltlager ( Wir nehmen Vorweg, falscher Ehrgeiz, denn man kann sich für 8 Euro ein Gepäckpferd mieten ). Völlig fertig und durchgeschwitzt kamen wir dann an unserem Paradies Zeltplatz an. Nach ein paar Minuten Wartezeit wurde uns unser Zelt gezeigt, danach ging es sofort unter die Dusche. Was für eine Wohltat.
Wir sortierten uns und dann machten wir uns auf zum Strand. An unserem Strandabschnitt heiß es Baden verboten, denn hier gibt es eine monstermäßige Strömung. Viele Menschen – die z.B. nicht lesen können oder wollen – ließen hier bereits ihr Leben. Am Abend gab es Dschungel Nudeln und ein paar Bierchen. Mal schauen wie wir hier schlafen können ( Zelten ist ja nicht so unser Ding )
Mit Minca haben wir eine gute Wahl getroffen. Endlich mal Regen und tagsüber unter 30 Grad. Am Abend fiel das Thermometer sogar auf “ nur “ Anfang 20 Grad. Dazu dann noch der äusserst erfrischende Rio Minca in nur einigen Metern Entfernung. So verbrachten wir die Tage in der Hängematte am Fluß und kühlten uns von Zeit zu Zeit ab. An einem Tag haben wir uns auf zu einem Wasserfall gemacht ( Pozo Azul ). Auch hier die Priorität Entspannung und Erfrischung.
Minca ist genau der richtige Ort um der Großstadthektik ( z.B. Santa Marta ) zu entfliehen. Das Klima und die tolle Natur machen den Ort zu einem beliebten Reiseziel.