Vor ein paar Wochen habe ich mich aktiv in die Reiseplanung eingemischt. Das Resultat….. Ein Besuch der aussergewöhnlich gelegenen Santuario de Las Lajas. Eine Geschichte dazu…..
Die Las Lajas Kirche wurde nach einer mythischen Erzählung erbaut. Und zwar befand sich im Jahre 1754 eine Dienstmagd namens Juana Meses de Quiñones zusammen mit ihrer taubstummen Tochter auf dem mühsamen, anstrengenden Weg durch die einsame Schlucht, als Sie auf einmal durch ein schlimmes Gewitter überrascht wurde. Laut der Sage soll auf einmal eine Heilige erschienen sein, sich aus einer düsteren Wolke zu einer Person verwandelt haben und zu der Mutter mit ihrem Kind gesprochen haben. Von diesem Moment an war die Tochter geheilt und sie konnte sprechen und hören.
Genau an der Stelle, wo dieses Wunder geschehen sein soll wurde im Jahre 1803 mit dem Bau einer ersten Kapelle begonnen. Die eigentliche Kirche, welche im neugotischen Stil erbaut wurde, wurde zwischen 1916 und 1946 fertig gestellt.
Los ging es morgens so um 08:00 Uhr und wir erreichten die wirklich wunderschön gelegene Kirche um 11:00 Uhr. Wir hatten ja schon einige Bilder von der Kirche gesehen, aber das alles Iive und in Farbe zu sehen ist schon ein anderer Schnack. Wir verbrachten ein paar Stunden an der Kirche. Ein wirklich tolles Erlebnis. Irgendwie alles so unwirklich, wir sind tief beeindruckt.
Bevor es auf große Reise ging, gönnten wir uns ein Frühstück und dann ging es auch schon zum Busterminal. Mal wieder zum richtigen Zeitpunkt am Busterminal eingetroffen, denn der Bus war schon fast voll. Wir legten um 08:30 Uhr ab und trafen um 15:00 Uhr am Terminal in Pasto ein. Die Fahrt nach Pasto führte uns durch eine super tolle Berglandschaft. Davon müssen wir unbedingt ein Video drehen. Aber dazu dann später auf unseren Rückweg nach Cali. Die 6,5 Stunden Fahrt verbrachten wir diesmal nicht mit Schlafen sondern sogen die tolle Landschaft in uns auf.
In Pasto angekommen gab es erstmal einen Yoghurt mit Erdbeeren. Ein super Start für Pasto, dass ansonsten – im Vergleich z.B. zu Popayán – auf den ersten Blick nicht so schick ist. Dafür ist aber die Umgebung super schön ( Vulkane, Lagunen etc… )
Das Taxi fuhr uns direkt zu unserem “ Wunsch-Hostel “ Koala Inn. Dort wurden wir auch schnell fündig. Ganz entgegen unserer Gewohnheit krallten wir uns die erste Unterkunft. Danach ging es gleich daran die “ Altstadt “ zu erkunden. Wir kauften ein wenig ein, genehmigten uns eine Pizza ehe es dann vor Einbruch der Dunkelheit wieder ab in Hostel ging. Nach der letzten Folge Lindenstrasse sowie ein / zwei Serien ging es dann ab ins Bett. Wir freuen uns schon auf die nächsten Tage, denn hier kann man einiges auf die Beine stellen. Hauptsache das Wetter spielt mit, denn wir befinden uns wieder einmal auf ca. 2600 Metern.
Für uns war Popayán lediglich ein Durchgangsort in Richtung Pasto. Der historische Teil von Popayán wartet mit tollen, weissen Kolonialgebäuden auf. Wirklich schick gemacht und gar nicht so touristisch – so fanden wir – wie von den Einheimischen angesagt. Wir wollten einfach mal wieder ruhig schlafen, schön Essen und uns entspannen. Somit ist der Plan “ Popayán für uns aufgegangen. Wir streiften durch die Altstadt, erklommen den Hausberg, schauten Fussball und genossen einfach nur das schöne Wetter sowie die nette Atmosphäre in Popayán.
Unser eigentliches Ziel heißt Pasto, es gibt auch eine direkte Verbindung dorthin, auf dem Trampolin des Todes (Trampolin de la muerte)…. Eine schmale Schotterpiste, in die Berge gehauen an einem 400 Meter Tiefen Abgrund. Obwohl nach Aussage vieler Reisenden und auch der Einheimischen die Reise sicher sein soll, wählten wir den Umweg über die „Weiße Stadt“ Popayán. Das trauten wir uns dann doch nicht zu. Um 7:30 Uhr ging es mit einem PickUp zurück nach Pitalito und von dort weiter nach Popayán. Wir erreichten Popayán am Nachmittag und beschäftigten uns nach der Ankunft dann gleich mit der obligatorischen Suche nach einer Unterkunft. Nachdem wir ca. 1,5 gesucht haben, verschlug es uns dann zu unserer erst besichtigten Unterkunft dem “ Hotel Los Portales “ Nicht ganz billig aber super schön und vor allem sehr sehr ruhig. Wir waren zwar sehr sehr müde machten uns dann aber noch auf in die wunderschöne und an dem Abend sehr belebte Innenstadt. Wir versorgten uns mit Essen an den vielen tollen Essständen. Für die “ Nacht der Museen “ reichte dann die Kraft aber dann doch nicht. Gegen 22:00 Uhr fielen wir ins Bett………..
Wieder Regen am morgen aber egal. Nach dem Frühstück ( Rühreier mit Toastbrot und Rest-Frikadellen ) machten wir uns bereit für unsere Wanderung. Mocoa liegt im Departamento Putumayo im Südwesten Kolumbiens, hier ist das Eingangstor zum Amazonasbecken. Eine Wanderung im Regenwald wollten wir uns nicht entgehen lassen und wenn das Ziel auch noch „Fin del Mundo“ (Ende der Welt) heißt, ist das doch noch verlockender. Der Beginn des Wanderweges lag 3 km von unserem Hotel entfernt, da alle Colectivos die vorbei fuhren voll waren, legten wir die Strecke zu Fuß zurück. Mittlerweile war es auch trocken. Es ging durch tollen dichten Dschungel immer wieder am Fluss entlang. Nach 1 Stunde steilem Fußmarsch erwarteten wir den Wasserfall Fin del Mundo, aber er ließ auf sich warten. Langsam ließ sich auch die Sonne blicken, also genehmigten wir uns ein erfrischendes Bad in einem schönen Becken an der ersten Kaskade. Danach dann aber weiter am Fluss entlang, sowie durch den Fluss durch und über Felsen, an weiteren Kaskaden vorbei. Und dann……. die Felsen hören einfach auf und das Wasser stürzt 75m in die Tiefe, man schaut von oben auf den Dschungel und kann nur staunen. Der Wahnsinn. Die Natur überrascht uns immer wieder. So lassen wir uns das Ende der Welt gefallen. Wir genossen noch eine Weile den sagenhaften Ausblick und machten uns dann wieder auf den Rückweg. Am Eingang angekommen fing es wieder pünktlich an zu regnen. Wir warteten 20 Minuten auf das Colectivo und kamen um 18:00 Uhr im Hotel an. Dort gab es erstmal ne warme Dusche. Der Regen hörte nicht mehr auf, also bestellten wir uns was beim Chinesen. Lecker ist anders, aber das Essen machte sehr satt. Wir lassen uns doch den super schönen Tag von einem “ miesen Chinesen “ nicht verderben. Ein – mal wieder – fast unbeschreiblich schöner Tag geht zu Ende.