Wiedermal nur läppische 50 Kilometer liegt unser nächstes Ziel entfernt, die frühere Hauptstadt Taiwans, Tainan. Die Hotelsuche war diese Mal gar nicht so einfach, denn in den meisten Unterkünften war gar kein Personal mehr anwesend und eine Klingel gab es auch nicht. Online buchen und Self-Check-In, war hier die Devise… Vergeblich standen wir vor der Unterkunft unserer Wahl. Aber durch die Eingangstür konnten wir auf einer großen Tafel das Wifi-Passwort und zwei Telefonnummern erkennen. Den nächsten Passanten baten wir prompt für uns anzurufen und das bei bei diesem äußerst netten Völkchen hier auch gar kein Problem. Nur 2 Minuten später öffnete uns der Reinigungs-Junge die Tür, rief für uns die Besitzerin an und wir konnten alles regeln. Einchecken konnten wir erst ab 16:00 Uhr, aber wir durften unsere Klamotten schon ins Zimmer bringen und machten uns gleich auf zur Stadt-Erkundung. Viele Tempel und alte Gebäude sind hier zu bewundern und so legten wir wieder einige Kilometer zu Fuß zurück. Wir müssen aber gestehen, dass wir Sightseeing-Müde sind, tut uns leid für die schönen Tempel, aber wir haben schon zu viele gesehen. Auf dem Nachtmarkt trauten wir uns heute endlich mal an Stinky-Tofu ran. Eine Spezialität in Taiwan, die man überall riechen kann, und das nicht gerade angenehm. Aber so schlimm war es gar nicht, für diesen Geruch eher recht nüchtern.
Am nächsten Tag, immer noch Sightseeing-Müde, verließen wir erst kurz vor Mittag das Hotel, aßen eine schöne Portion Nudelsuppe und regelten die Weiterreise nach Penghu Island, wo wir die letzten Tage entspannen wollten. Wir fuhren mit dem Bus nach Anping, in das alte Hafengebiet von Tainan, heute weitestgehend verlandet. Aber auch hier waren wir nicht mehr wirklich zu begeistern. Wir dachten, dass vielleicht am Wasser unsere Motivation zurück kommt, aber das war leider nicht so. Da war nämlich gar nichts los, außer dass es anfing zu regnen. Was wir heute auf gar keinen Fall machen wollten, war wieder so einen langen Fußmarsch zurück legen… Wir sind kläglich gescheitert 😉 Nach einer ausgiebigen Dusche gönnten wir uns ein tolles Abendessen im Sushi Express, das haben wir uns verdient!
Heute stand die Besichtigung von der Tempelanlage Foguangshan auf dem Plan, die größte Buddhistische Klosteranlage in Taiwan, mit einem riesigen sitzenden Buddha und einer Zahnreliquie, die von dem Begründer des Buddhismus, Sakyamundi Buddha, stammen soll. Die Anlage liegt ca. 50 Autominuten von Kaohsiung entfernt. Wir wollten den Bus nehmen, aber am Bahnhof angekommen fing uns ein Taxifahrer ab, der schon 4 Indonesier im Schlepptau hatte. Da wir 20 Minuten auf den Bus hätten warten müssen und das Taxi nur 1 Euro teurer war, zudem auch noch schneller, zögerten wir nicht lange. Wir verbrachten 3 1/2 tolle Stunden auf der Anlage, zu unserem Erstaunen war mal wieder nichts los hier. Wirklich gigantisch das ganze. Mit dem Taxi ging es auch zurück zur Bahnstation, wo wir erstmal eine ordentliche Mahlzeit zu uns nahmen, denn irgendwie kam das Essen heute zu kurz. Die Waffel mit Eicreme musste auch wieder abtrainiert werden, also gingen wir noch eine Runde um den Lotus-See, schön kitschig, wie der Asiate es mag, mit vielen bunten Tempeln, Türmen, Figuren etc. Ein Abstecher zum Nachtmarkt durfte natürlich nicht fehlen, auch wenn wir noch immer satt waren… Aber Winnie hat mal wieder sein Talent beim Ringewerfen bewiesen: eine Flasche Taiwanesischer Asti-Spumante und irgendein Vodka-Gesöff… wir durften es in Bier umtauschen 😉
Unser nächstes Reiseziel liegt nur zwei Stunden von Kenting entfernt, also keine Hektik! Um neun waren wir an der Bushaltestelle und keine 5 Minuten später kam der Bus. Also das mit den „Öffis“ haben die Taiwaner wirklich drauf, da könnten wir uns mal eine Scheibe von abschneiden! Allerdings gibt es auch hier Staus, somit kamen wir erst nach drei Stunden in Kaohsiung an. Bei dem ersten Hotel, das wir anschauten, schlugen wir auch gleich zu. Und los ging die Stadtbesichtigung. Auf dem Plan stand der Love-River und der Hafen. Auf den ersten Blick ist Kaohsiung eine schäbige Hafenstadt, aber mit viel Charme. Und auf den zweiten Blick, oho…. Wahnsinn, was die hier aus den alten Speichern am Hafen gemacht haben, das kann sich sehen lassen. In den alten Gemäuern befinden sich viele kleine Cafés, Restaurants und tolle Shops mit Handwerkskunst. Wir fühlen uns wohl hier. Zum Abendessen haben wir uns einen Nachtmarkt ausgesucht, wie soll es auch anders sein. Das gefällt uns einfach super hier.
Bereits am Vorabend hatten wir uns die Bahntickets am Bahnhof gekauft. Schwerer Schock, denn Abfahrt bereits um 07:39 Uhr ab Yuli Bahnhof. Zunächst ging es per Bahn von Yuli auf die andere Seite der Insel nach Faoling. Angekommen in Faoling erkundigten wir uns nach der Busverbindung nach Kenting. Die Tickets waren schnell gekauft und der Bus kam dann auch schon 4 Minuten später um die Ecke. Nach 45 Minuten Busfahrt erreichen wir Kenting. Das Wetter hatte Potential. Von der Hauptstrasse machten wir uns auf zur Strandseite um uns eine tolle Unterkunft zu suchen. Der Erfolg stellte sich schnell ein. Sofort war uns klar, hier wird nichts weiter gemacht als Essen, Bierchen und ein wenig beachen. Und genau so verbrachten wir die nächsten Tage. Es war klasse !
Unsere Begegnung mit der Portugiesischen Galeere / Floating Terror – oder einfach Qualle – in TOPS und FLOPS.