Varkala ist so ein Ort zum Verweilen oder einfacher ausgedrückt, man kann hier auch gern mal verloddern. Wir haben uns sehr gut eingelebt und unsere Lieblingsorte werden regelmäßig frequentiert. Der Tagesablauf steht mehr oder weniger, jeder kleine Änderung wird mit einer ausführlichen Pause „belohnt“. Morgens gegen 07:00 Uhr ist die Nacht vorbei, so gegen 08:30 Uhr geht es auf die Terrasse oder Schwimmen, Plantschen, Strandspaziergang, Lesen, Yoga etc…. bis Mittags. Dann geht es zum späten Frühstück auf ins Restaurant. Danach gönnen wir uns meistens eine kleine Pause bis 17:00 Uhr. Ab dem späten Nachmittag kann man sich wieder in die Sonne trauen. So gegen 18:30 Uhr geht es in der Regel zum Abendessen. Danach geht es dann wieder auf unsere geliebte Terrasse. So vergehen die Tage in Varkala. Das Leben meint es mal wieder gut mit uns und wir sind sehr dankbar dafür.
Fünf Tage hatten wir geplant zu bleiben, aber schnell steht fest: wir verlängern. Viel zu tun gibt es hier nicht, es ist auch viel zu heiß. Wir verbringen unsere Tage mit Strand- oder Promenaden-Spaziergängen, ein bisschen im Meer planschen, auf unserem Balkon oder in einem der vielen Cafés sitzen, lesen und entspannen. Herrlich, so können wir gut unsere Eindrücke der ersten Wochen in Indien verarbeiten. Varkala ist schon touristisch, aber es ist noch immer angenehm. Die westlichen Touristen verbringen hier ihre Zeit mit Yoga und Ayurveda-Anwendungen, die gibt es hier an jeder Ecke und dazwischen sind unzählige kleine Läden mit Souvenirs und Klamotten. Vor allem am Wochenende kommen dann die Einheimischen und mischen sich unters „Yoga-Hippie-Volk“. Was leider mal wieder negativ auffällt ist der Müll, der hier überall rumliegt und auch die schönen roten Klippen säumt. Schade, geht es doch bei der Yoga- und Ayurveda-Lehre auch um Reinheit und Verbindung zur Natur. Aber das „wie innen so außen“ wird hier nicht so ernst genommen. Ist dann vielleicht auch einfach nur ein Geschäft mit den Touristen. Der eigentliche Ort, außerhalb der Touri-Blase gefällt uns auch sehr gut, vor allem die Preise in den Restaurants sind hier sehr viel angenehmer und zudem schmeckt uns das Essen hier bei den Locals auch noch viel besser. Ein schöner Mix wie wir finden, hier lässt es sich gut aushalten.
Unser nächster Ziel ist Varkala und damit befinden wir uns dann im Bundesstaat Kerala. Das verspricht ein “ gemäßigtes “ Indien, mehr Tourismus, höhere Ausgaben ( der Finanzminister hat gesprochen ) aber auch mal wieder Entspannung am Meer.
Die Fahrkarten für die Fahrt von Trichy nach Trivandrum (richtiger bzw. neuer Name: Thiruvananthapuram) haben wir schon am Vortag besorgt, da die Züge oftmals schnell ausgebucht sind und es auf manchen Strecken für Ausländer nur ein limitiertes Kontingent gibt. Man muss am Bahnhof ein „Ticket-Wunsch-Schein“ ausfüllen und sich dann „proaktiv“ in der Schlange anstellen…. Ein freundlicher Inder aus der Schlange half uns dabei das Formular auszufüllen und einen Stift und die gewünschte Zugnummer hatte dieser auch gleich zur Hand. Nun hieß es auf in den Kampf, denn nur wer am besten drängelt kommt am schnellstens an den Schalter. Das haben wir in geballter Steilo-Power mit Bravour gemeistert. Touriklasse mit Klimaanlage ist ausgebucht, wollten wir eh nicht da kein Bock auf Klimaanlage und natürlich viel zu teuer ( EUR 6,00 !!! pro Person ). Wir schwenken auf die zweite Klasse mit 18.000 Ventilatoren pro Waggon zu INR 370,00 / EUR 4,20 für zwei Personen. Abfahrt soll morgens um 07:20 Uhr sein.
Mit dem Bus ging es von unserer Unterkunft zum Bahnhof, das läuft reibungslos hier mit dem öffentlichen Verkehr. Der Zug stand auch schon bereit, hier ist noch nicht viel los, wir werden eine 3er Bank für die ganze Fahrt – zunächst nach Trivandrum – für uns allein haben. Die Verpflegung der „fliegenden“ Händler klappte wie immer vorzüglich. Trivandrum erreichten wir dann 8 Stunden später ( für knapp 500 Kilometer ), da ist die deutsche Bahn auch nicht schneller.
Wir haben keine Lust weiter zu fahren obwohl Varkala nur noch eine Zugstunde entfernt ist. Die Suche nach einer Unterkunft gestaltete sich ein bißchen schwierig, denn den günstigen Unterkünften fehlt es an einer Lizenz zur Beherbergung von Ausländern. Letztendlich bekommen wir noch ein teures Zimmer im Hotel „mega Schrotti“ zu INR 1500,00. Wir gehen noch ne Kleinigkeit Essen und besorgen Wasser. Trivandrum finden wir schrecklich, also früh auf’s Zimmer, auch schrecklich, aber ist ja nur für eine Nacht.
Die Züge von Trivandrum nach Varkala fahren sehr regelmäßig, keine Buchung im Voraus nötig. Wir holen uns ein Ticket, diesmal ohne Drängeln und „Bezugsschein“;-) für den Zug mit Abfahrt um 08:15 Uhr. Der Bahnsteig ist noch nicht ausgewürfelt worden aber um 08:00 Uhr erfahren wir von einem freundlichen Herrn, dass es die 4 wird. Mit einer minimalen Verspätung geht es los nach Varkala, welches wir 1 Stunde später entspannt erreichen. Mit dem TukTuk geht es vom Bahnhof in das ca. 3,5 Kilometer entfernte „Tourizentrum“ am Strand bzw. Strandnähe. Die ersten Versuche ein Zimmer zu bekommen scheitern an den Wucherpreisen ( INR 2000,00 / EUR 22,70 für ein Zimmer mit Ventilator, klar….. ). Wir suchen weiter und gehen in Richtung Nordkliff. Ist echt schön hier, zwar Touri aber Meg angenehm. Wir lassen uns von einem Kollegen “ mitschnacken “ und landen im “ La Mirban „. Der überaus freundliche Manager oder Inhaber “ Joy “ kümmert sich um uns und zeigt uns die Zimmer,. Wir verhandeln ein wenig und schlagen für INR 1300,00 / EUR 14,77 pro Nacht zu. Auch nicht gerade günstig, aber hier ist es super ruhig, wir haben eine Terrasse und uns gefällt es mega gut. Den Rest des Tages verbrachten wir auf der Terrasse, machten einen kleinen Spaziergang zum Strand bevor es dann lecker Abendessen gab. Varkala macht einen sehr guten Eindruck, trotz der „vielen“ Langnasen auf uns. Für fühlen uns auf Anhieb sehr wohl hier.
Hier kommt noch das eine oder andere Bild aus dem schönen Trichy, welches den Weg in unsere tollen Berichte nicht gefunden hat, aber dennoch Beachtung finden soll. Viel Spaß bei der Bilderreihe.
Vorab etwas geschichtliches; Zitat von Wikipedia zur Srirangam Tempelstadt “ Auf der gegenüberliegenden Flussseite liegt auf einer Flussinsel die Tempelstadt Sriangam. Der dem Gott Vishnu geweihte Ranganathaswami-Tempel von Srirangam ist das wichtigste unter den vishnuitischen Heiligtümern in Tamil Nadu. Er ist zudem ein herausragendes Beispiel für den dravidischen Tempelbaustil. Der Tempelkomplex umfasst eine Fläche 960 × 825 Metern; ihn umschließen sieben konzentrische Mauerringe mit 21 Gopurams (Tortürmen), der höchste von ihnen 73 Meter hoch. Das eigentliche Heiligtum befindet sich im Bereich zwischen den vier innersten Mauerringen, die äußeren Bereiche bilden ein hauptsächlich von vishnuitischen Brahmanen bewohntes Stadtviertel mit Straßen, Wohnhäusern und Geschäften. Damit ist Srirangam das Idealbeispiel einer südindischen Tempelstadt. Ebenfalls auf der Srirangam-Insel befindet sich in Tiruvanaikkaval mit dem Shiva geweihten Jambukeshwara-Tempel auch ein wichtiges shivaitisches Heiligtum.
Mit dem Nummer 1 Bus ging es von der Hauptstraße – gleich neben unserer Unterkunft – zur nur 4 Kilometer entfernten Tempelstadt ( das Ticket pro Person zu INR 7,00 = 8 Euro-Cent ). Der Bus hält fast direkt vor dem Eingang der Tempelstadt. Der Eingang ist schon spektakulär und wir wurden direkt von einem Elefanten begrüßt. So gefällt uns “ Tempel “ denn hier tobt das Leben. Nicht nur Tempel und Touristen sondern auch geschäftiges Treiben und Alltag herrscht hier. Wir haben die Tempelstadt bis zum Nachmittag erkundet, danach ging es dann wieder zurück in unsere Unterkunft. Das war mal wieder ein mega geiler Tag hier in Trichy !