Bevor wir unseren verdienten Schlaf antreten konnten, mussten wir noch rivalisierende Katzen mit einer Flaschen-Wasserspritze bekämpfen. Das gejaule kann man ja nicht ertragen. Den darauffolgenden Vormittag haben wir dann verdaddelt, denn erst am Nachmittag stand der Ausflug zu den Flamingos auf dem Programm. Per Taxi colectivo ging es zu dem ca. 30 Minuten entfernten Camarones ( Kleines Missverständnis mit dem ersten Taxifahrer, denn dieser dachte wir wollen Garnelen Essen und brachte uns zum Strand. Der kannte weder den Flamingo Ort noch konnte er wohl Spanisch… ;-)). Gleich um die Ecke wohnten wir… Ein paar freundliche Riohachaner klärten den Irrtum, also nochmal alles von vorn…. ). Im Nirgendwo angekommen, haben wir uns Vorort ein kleines Segelschiff gemietet. Wir segelten ca. 1 Stunde in die “ Flamingo Lagune “ Allein schon das Segel ließ die scheuen Vögel aufschrecken. Die Lage beruhigte sich wieder als wir dann nur noch ruhig paddelten. Wir kamen nicht richtig nah an die Vögel ran, aber der Blick auf die Kolonie von ca. 1000 Tieren war phantastisch. Wir schauten uns die Vögel noch eine Weile an, besuchten noch die Flamingo Wildlife Station und machten uns dann wieder auf den Rückweg nach Riohacha. Wahnsinn mitten in der Einöde – wir waren weit und breit die einzigen Touristen – kann man sich einfach mal so ein Boot mieten. Für die Dorfbewohner die mehr oder weniger einzige Einnahmequelle. Nur ein paar einfache Hütten inmitten von Kakteen. Für uns ein toller Moment, für die Einheimischen purer Überlebenskampf. Es scheint als wären die Menschen trotzdem glücklich. Wir messen dies an der Freundlichkeit / Herzlichkeit, mit der man uns überall begegnet.
Ansonsten haben wir Riohacha so richtig genossen. Die La Christl konnte sich endlich ein neues “ Handtäschchen “ kaufen ( Die Vietnam Reissack Tasche hat nach 15 Monaten den Geist aufgegeben ), flanieren auf der mit Kokospalmen gesäumten Strandpromenade und bei leckeren Shakes und Ceviche den Sonnenuntergang genießen. Nicht zu verachten, die sehr sehr angenehmen Temperaturen am Abend. Dazu ein laues Lüftchen, ein paar Bierchen und mal KEINE Moskitos !!!! Ansonsten ist Riohacha eher ein Ausgangsort um den Norden zu erkunden. Wir sagen Riohacha, das war spitze !
Zu 85% fit verliessen wir unsere Erholungsstätte in Palomino. Wie auch in den vergangenen Tagen war es bereits am Morgen unerträglich heiss. Wir wollen uns ja nicht beschweren, aber die Hitze macht Aktivitäten ausserhalb von Wasser – für uns – fast unmöglich. Wir möchten uns nicht beklagen, aber mal Tagestemperaturen unter 30 Grad wären nicht schlecht. Andererseits würden wir dann wohl auch wieder frieren…. 😉 Naja, wir verliessen das vertraute Palomino so gegen 10:00 Uhr und erreichten Riohacha um 12:00 Uhr. Von der Hauptstrasse ging es dann gleich in Richtung Wasser. Eine uns bis dato unbekannte kolumbianische Schönheit “ Shirley Sijona Redondo “ hat uns das Casa Bonito empfohlen. Da haben wir dann auch gleich zugeschlagen. Strand, 2 Restaurants, Ceviche Buden, Flaniermeile etc alles gleich um die Ecke. Maria und Pablo zwei super nette Gastgeber. Alles perfekt für unseren Kurzaufenthalt in Riohacha. Den Nachmittag nutzen wir für eine Stadterkundung und sammeln von Informationen für unsere Weiterreise. Den Abend genossen wir bei einem Shake, Ceviche und Bier. Herrlich mal so Abends am Wasser bei gemäßigten Temperaturen weit unter 30 Grad ( 27° ;-)), einer frischen Brise und vor allem ohne Moskitozeug. Geil !
Sehr sehr müde kamen wir in Palomino an. Die beiden Halbnächte vom Tayrona Nationalpark mussten wir erstmal wieder – durch extreme Ruhe – aufholen. Das war unser Plan für Palomino. Ein super netter Ort um die Seele baumeln zu lassen. Tubing, Wandern und Strand, das hat das beschauliche Palomino zu bieten. Leider hat uns das eine oder andere Wehwehchen ein Strich durch die Rechnung gemacht. Genossen haben wir trotzdem, aber das Wandern und Tuning sind auf der Strecke geblieben. So verbrachten wir 80% unserer Zeit mit Pflege und extrem Hängematting. Wir starteten die Tage mit einem frühen Mittagsessen und beendeten diese mit einem Bierchen am Strand oder bei einer schicken Serie in der Hängematte. Palomino hat einen tollen Strand, das Wasser lädt aber aufgrund der starken Brandung nicht gerade zum gemütlichen Baden ein. Auch wenn wir hier nix auf die Reihe bekommen haben – ausser, dass wir wieder vollständig hergestellt sind ( das ist ja auch schon was ) – können wir diesen Ort empfehlen. Der Ort scheint vom Tourismus zu leben, aber hier ist echt nicht viel los und verteilt sich auch schön.
Ach ja noch zur Unterkunft. Wie auch wir scheinen sich unsere Gastbegeb gern mal eine Serie anzuschauen. Auf dem meganeuen, monstergroßen Flachbildfernseher wurden fleißig Zombies bekämpft. Die ganze Familie schaute mehr oder weniger den ganzen Tag “ The Walking Dead “ Daraus resultierte, dass wir fast die ganzen Tage allein die Anlage bewohnten. Der Fernseher war schon aus 100 Metern zu hören und schreckte wohl den einen oder anderen Interessenten früh ab. Das war uns sehr recht, denn wir konnten und schön entspannen.
Unsere Erwartungen an die zweite Nacht wurden erfüllt. In kurzer Entfernung zu unserem Zelt wurde noch bis nach Mitternacht gefeiert. Bei Flaschendrehen und / oder Tat oder Wahrheit vergnügten sich die Jungs und Mädels. Nachdem es dann ruhiger wurde, nervten Wärme, Schweiß und Insekten. Irgendwann konnten wir dann doch einschlafen wurden aber wieder früh von der unruhigen Menge geweckt. Wir liessen uns von der frühen “ Hektik “ anstecken und packten unsere sieben Sachen. Am Vorband hatten wir uns bereits dazu entschieden ein Packpferd zu ordern. Man sollte sich für die 3,8 Kilometer gern diesen Luxus gönnen, denn das Auf und Ab mit dem ganzen Gerödel ist schon ziemlich anstrengend, Wir haken den Hinweg mal als falschen Ehrgeiz ab ( Das war wohl mehr Geiz als “ Ehr “ ). Ohne Gepäck konnten wir die Rücktour super genießen. Ein toller Wanderweg zurück zum Gate. Angekommen am Pferdeparkplatz zahlten wir die fälligen COP 25.000 und warteten auf den Minibus welcher uns zurück zum Eingangstor bringen sollte. Schwupp die Wupp waren wir auch schon dort und wenige Minuten später befanden wir uns im völlig überfüllten Bus nach Palomino. Die Fahrt nach Palomino dauerte nur ca. 1,5 Stunden, also alles super entspannt. In dem überschaubaren Palomino fanden wir dann auch schnell eine großartige Unterkunft ( Posada Villa Marlen ). Schönes großes Zimmer mit Klimaanlage, großen Garten inklusive “ all you can eat “ Mangos, Swimmingpool ( hatte eklige 18,000 Grad, eine Hängematten Zone, Restaurant und und und…. Ach ja, wir waren die einzigen Gäste. Willkommen in Palomino ( Das erinnerte mich gleich an das Palomino Pferd von C&A )
Die erste Nacht im Zelt war gar nicht so schlimm, bisschen warm vielleicht, aber recht bequem und der Regen räumte den Zeltplatz leer, somit war es schnell ruhig, bis auf ein paar Kokosnüsse, die mit einem lauten Rums auf den Boden knallten und ein wildgewordener Esel, der schreiend über den Zeltplatz galoppierte… Mit Sonnenaufgang wurde es dann auch schon wieder lebendig und an Schlafen war nicht mehr zu denken. Also machten wir uns auch fertig für unsere Wanderung. Das Frühstück war leider nicht der Hit, aber immerhin hatten wir was im Magen und los ging es Richtung Strand und dort weiter an den verschiedenen Buchten entlang, das Ziel für heute war „Pueblito“, Ruinen eines früheren Dorfes der Tairona, in den Bergen der Sierra Nevada de Santa Marta. In der ersten Bucht, La Aranilla entdeckten wir gleich einen Ceviche Stand, da können wir einfach nicht dran vorbei gehen. Also machten wir die erste Pause mit lecker Ceviche, frisch gepresstem Orangensaft und einer unbezahlbaren Aussicht. Überall an den Stränden und im Meer liegen riesige Findlinge, die aussehen als wären sie gerade erst vom Gebirge runtergerollt und irgendwo liegen geblieben oder auseinander gebrochen. Vor einem glitzert das Meer, hinter einem erstreckt sich das Gebirge mit dichtem grünen Dschungel. Man weiß gar nicht wo man hinschauen soll…. Einfach nur herrlich! Die nächste Bucht heißt La Piscina, wo man gefahrlos schwimmen kann, aber wir wollten erstmal Strecke machen und das Baden heben wir uns lieber für den Rückweg auf. In Cabo San Juan del Guía erwartet uns einer der schönsten Orte im Park, aber natürlich auch der meistbesuchte. Zwei tolle Strandabschnitte mit vielen Palmen und beeindruckenden Felsformationen. Von hier ging es dann in den Dschungel. Der Weg, ständig bergauf und über große Felsen war anstrengend, vor allem bei der Hitze, aber auch wunderschön. Endlich mal wieder ein Dschungel, das hatten wir lange nicht mehr und dann auch noch so ein schöner mit Blick auf’s Meer. Oben angekommen wurden wir von dem Gebrüll unserer Freunde begrüßt, die Brüllaffen. Schön euch wieder zu treffen! Wo wir sie getroffen haben hat es uns bis jetzt immer gut gefallen, wie hier auch. Das sind einfach coole Tiere und sie leben in den schönsten Wäldern 😉 Von den Ruinen kann man noch einige Steinterrassen und Fundamente von Häusern erkennen, toll gelegen und überwuchert von riesigen Bäumen. Hier oben auf den Überresten der alten Stadt hat sich ein Dorf der Kogi angesiedelt, ein indigenes Volk, das hier in den Bergen lebt. Nach einer kurzen Verschnaufpause haben wir ein paar Lisztäffchen in den Bäumen entdeckt. Dann machten wir uns wieder an den Abstieg und gönnten uns das langersehnte Bad im Meer…. Und natürlich noch eine Ceviche! Im Camp angekommen brauchten wir dringend eine Erfrischung, da vor den Duschen aber schon eine riesen Schlange wartete, gab es halt erstmal ein, zwei Bierchen. Das war ein toller Tag und nach einer Dusche und nem Cola-Rum ging es dann ab ins Zelt. Heute sieht es nicht nach Regen aus und genau vor unserem Zelt hat sich eine Gruppe feierwütige Kolumbianer platziert… Na schauen wir mal wie die Nacht wird.