Barichara

Barichara

Wir hatten es ja schon geahnt, bei Tageslicht und vor allem im Sonnenschein entfaltete der Ort seine volle Schönheit. Barichara liegt in der Provinz Santander auf 1280 Meter Höhe umgeben von einer tollen Berglandschaft. Die koloniale Architektur aus dem 18. Jahrhundert ist gut erhalten und gehört zum nationalen Kulturerbe. Wir schlenderten durch die Gassen aus Kopfsteinpflaster und bewunderten die weißen Häuser mit bunten Türen und Fenstern und tollen Blumen auf den Balkonen. Egal wo man hin schaut, das ist immer eine filmreife Kulisse, wunderschön. Wir haben schon viele Kolonialstädte gesehen, aber dieser gehört auf jeden Fall zu den schönsten. Nach einem leckeren Mittagessen mussten wir unsere voltgefressenen Bäuche erstmal wieder in der Hängematte schaukeln. Am frühen Abend gingen wir nochmal ein bisschen auf Streifzug, aber zu mehr waren wir nicht im Stande. Am nächsten morgen, wildentschlossen wandern zu gehen, machte uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung, es regnete und regnete und machte keine Anstalten besser zu werden. Also verbrachten wir den morgen im Hostel. Gegen 14 Uhr wurde es dann endlich trocken und es kam tatsächlich die Sonne raus. Also nix wie los, auch wenn es nur noch zu einer kleinen Tour reichte. Das Ziel war Guane, ein kleines Dorf 5 km entfernt über den Camino Real, ein alter Handelsweg den der Bremer Kaufmann Geo von Lengerke anlegen lies. Ein schöner Spaziergang mit tollen Aussichtspunkten und auch Guane kann sich sehen lassen. Zurück ging es dann mit dem Bus. Abends gab es wieder Pizza und Nudeln…. Willkommene Abwechslung, so langsam haben wir genug von Reis mit Bohnen und Hühnchen.

Monster Reisetag von Valledupar via Bucaramanga, San Gil bis Barichara

Monster Reisetag von Valledupar via Bucaramanga, San Gil bis Barichara

Das war ein Ritt… Die erste Busfahrt von Valledupar bis Bucaramanga dauerte 8 Stunden, war aber recht entspannt, die Busse hier sind sehr komfortabel. Die zweite Etappe sollte ca. 2 Stunden dauern, wir erreichten San Gil nach ca. 4 Stunden. Die letzte Strecke nach Barichara war in einer knappen Stunde getan, aber bis der Bus endlich losfuhr, dauerte auch nochmal eine Ewigkeit. Nach ca. 14 Stunden erreichten wir dann endlich unser Ziel und es hat sich gelohnt. Es war zwar schon dunkel, aber was wir sahen gefiel uns sehr gut. Ein Hostel haben wir auch schnell gefunden, dann gab es noch eine leckere Pizza und nix wie ab ins Bett. Wir freuen uns schon den Ort bei Tageslicht zu erkunden.

Valledupar

Valledupar

Ein schönes Bett und fließendes Wasser haben doch auch seine Vorzüge 😉 Wir haben friedlich geschlummert und sind gemütlich in den Tag gestartet. Das heutige Ziel war die Stadt zu erkunden und uns an einem der nahgelegenen Balnearios (Badestelle) am Fluss zu entspannen. Valledupar im Departamento Cesar ist der Ursprungsort des „Vallenato“, einer temperamentvollen, vom Akkordeon dominierten Volksmusik, die man überall im Land hört. Die Menschen hier begegneten uns überaus freundlich und fröhlich, wie bisher überall in Kolumbien, aber hier war die Herzlichkeit irgendwie noch ausgeprägter. Wir hatten schon fast ein schlechtes Gewissen, dass wir nur einen Tag hier eingeplant haben, denn alle bedauerten es sehr, wo doch die Gegend hier so schön sein soll. Dann müssen wir eben nochmal nach Kolumbien kommen, denn wir haben jetzt ein wenig Zeitdruck, schließlich wollen wir Ende Juli den Kontinent wechseln, nützt ja nichts. Die Stadt hat ganz verschieden Gesichter, ein geschäftiges, lautes, volles Zentrum, eine schöne Altstadt und ein gediegenes Villenviertel. Alles sehr nett. In einem riesigen Supermarkt haben wir zugeschlagen: leckeres Baguette, Käse und Salami. Dann auf zum Fluss, denn wir hatten Hunger und wollten uns erfrischen. Das war ein lustiges Treiben. Musik schallte aus riesigen Lautsprechern am Ufer, es gab reichlich Essen und Trinken und es wurde fröhlich geplanscht. Wir machten mit! Abends mussten wir dann noch schnell zum Busterminal unsere Fahrkarten für den nächsten Tag kaufen und anschließend machten wir es uns in unserem Hostel gemütlich. Wir plauderten noch ein wenig mit den Angestellten. Wir suchten ja noch immer ein Lied von Shakira, das wir schon oft in den letzten Monaten gehört hatten, aber einfach nicht den Titel rausfinden konnten. Winnie gab alles, er sang, summte und tanzte, aber keiner konnte es erkennen. Wir hatten trotzdem unseren Spass. Und mittlerweile kennen wir den Titel: Chantaje! Shakira ft. Maluma.

 

Punta Galinas oder am nördlichsten Punkt von Südamerika

Punta Galinas oder am nördlichsten Punkt von Südamerika

Um 5 Uhr in der Früh wurden wir von unserem Fahrer „Bienvenidos“ abgeholt – ja, der Kollege heißt wirklich „Willkommen“. Mit vier weiteren Reisenden ging es wieder quer durch die Wüste, eine extrem ruckelige Angelegenheit. Langsam fahren geht hier irgendwie nicht, wir haben es schon in Cabo festgestellt, die heizen alle wie die Irren. Die Autos sind eh schon Schrott und die Insassen sind ja nicht so wichtig! Mit Glück wird vor einem Schlagloch abrupt abgebremst, ansonsten einfach drüber. Bisschen schade, denn die Landschaft ist einmalig, hätte man auch mal genießen können. Machten wir natürlich trotzdem so gut es eben ging und wir haben es ohne Blessuren überstanden. Ein kurzes Stück mussten wir dann noch mit dem Boot weiter bevor wir in der Hospedaje Alexandra ankamen. Wir entschieden uns die Nacht in einer Chinchorro zu verbringen, einer großen Hängematte, die hier von den Einheimischen, den Wayuus, in einer besonderen Webtechnik hergestellt wird. Viel Zeit blieb uns nicht, denn es ging gleich weiter zu unserem Ausflug. Wieder rein in den Jeep und aufrücken, die Bänke wurden so vollgestopft, dass man gar keine Möglichkeit hatte sich zu bewegen, was auch ganz gut war, so hatte man einen guten Halt, denn die Fahrweise änderte sich auch hier nicht. Unser erster Stop war mal wieder ein Leuchtturm, an einer schönen Küste gelegen. Nach einer weiteren 15minütigen Autofahrt haben wir dann das Highlight erreicht, die Dunes de Taroa, riesige Sanddünen, die sich aus der Wüste erheben und in die türkis leuchtende Karibik abfallen. Unbeschreiblich schön! Wir hoffen, dass es auf den Fotos wenigstens ein bisschen so rüberkommt, denn im Original sind die Farben noch leuchtender! Einfach nur Weltklasse. Hier hatten wir knapp zwei Stunden Zeit, die Dünen runter zu rutschen, zu baden und einfach nur zu genießen! Herrlich. Zurück in der Unterkunft waren wir dann froh, dass wir an diesem Tag in kein Auto mehr steigen mussten, unsere Mägen dankten es uns. Nach dem Mittagessen hieß es dann endlich wieder : Ab in die Hängematte! Wir sind jetzt übrigens Hängematte-Profis. Berni unser Herbergsvater in Cabo zeigte uns wie man „richtig“ in einer Hängematte liegt! Nämlich quer und nicht gerade. Ist wirklich viel bequemer. Und so verbrachten wir den ganzen Nachmittag! Es gab auch noch einen Strand in der Nähe, aber wir hatten genug Strand und vor allem Sonne, unsere Haut brauchte eine Pause. Bei einem kühlen Bierchen genossen wir den Sonnenuntergang über der Wüste und nach dem Abendessen ging es zur Nachtruhe wieder in die Hängematte, denn am nächsten Morgen müssen wir wieder früh raus…. und 4 Stunden durch die Wüste zurück in die Zivilisation. Das war mal wieder ein einmaliges Erlebnis!!

 

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